Stille Mitbewohner: Leben mit Bartfledermäusen
Das ENL-Projekt widmet sich dem Schutz der beiden in Deutschland und damit auch in Thüringen vorkommenden „Bartfledermäuse“: der Bartfledermaus (Myotis mystacinus, früher Kleine Bartfledermaus) und der Brandtfledermaus (Myotis brandtii, früher Große Bartfledermaus).*
Einige Fledermausarten teilen unbemerkt unseren Lebensraum. Bart- und Brandtfledermäuse gehören zu den Arten, die versteckte Spalten an und in Gebäuden bevorzugt nutzen. Diese können sich hinter Fassadenverkleidungen, Balken oder Fensterläden befinden – manchmal sogar in ungenutzten Markisen oder Rollladenkästen.
Beide Arten leben vom Frühjahr bis in den Herbst sehr häufig in genau diesen Verstecken.
Die Weibchen nutzen zudem diese Quartiere, um ihre Jungen in sogenannten Wochenstuben zur Welt zu bringen und aufzuziehen. Solche Rückzugsorte sind daher unverzichtbar für das Überleben der Tiere. Doch energetische Sanierungen und bauliche Veränderungen führen dazu, dass diese Lebensräume immer seltener werden. Dadurch verschärft sich die Quartiernot dieser stark gefährdeten Arten, die bereits auf der Roten Liste Thüringens stehen. Hinzu kommt, dass die „heimliche Mitbewohnerschaft“ der Tiere es schwierig macht, aktuelle Daten über ihre Bestände zu erheben.
Hilfe für Spaltenbewohner im Ilm-Kreis
Das ENL-Projekt im Ilm-Kreis setzt sich dafür ein, die Situation der Bart- und Brandtfledermäuse nachhaltig zu verbessern:
Ein Modellprojekt mit Zukunft!
Erstmals werden in Thüringen flächendeckende Maßnahmen zum Schutz von spaltenbewohnenden Fledermausarten im ländlichen Raum umgesetzt. Das Projekt dient als Vorbild für ähnliche Initiativen in anderen Regionen und zeigt, wie Mensch und Natur harmonisch (fast) unter einem Dach leben können.
*Kurzsteckbriefe mit weiteren Informationen zu beiden Arten.
Hier investiert der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete. Kofinanziert von der Europäischen Union.