Dosdorf

„Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustands des FFH-Objekts Nr. 17 (Evangelische Kirche in Dosdorf)“

Die Evangelische Kirche in Dosdorf beherbergt Thüringens größte Wochenstube des Großen Mausohrs und hat damit eine bundesweite Bedeutung. Die Anzahl der Fledermäuse im Kirchenturm der Dorfkirche schwankt zwar, liegt aber zumeist bei deutlich mehr als 2.000 Tieren.

Der Bauzustand des als Fledermausquartier genutzten Gebäudeteiles wird derzeit als „kritisch“ eingestuft. Eine weitere Verschlechterung dieses Gebäudeteiles könnte zu einer Beeinträchtigung der Wochenstube führen, da die Sicherheit der Gesamtkonstruktion des Kirchturms durch zahlreiche lokale Versagenszustände, wie zum Beispiel verfaulte Konstruktionshölzer, nicht mehr sicher eingeschätzt werden kann. Deshalb muss die gesamte Dachkonstruktion dringend komplett erneuert werden.

Ziele des von der Europäischen Union im Rahmen des ELER (Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) geförderten und mit Mitteln des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz unterstützten Projekts ist eine komplette Neuerrichtung der Kirchenturmkonstruktion. Diese soll bei gleichzeitiger Wahrung der Interessen des Fledermausschutzes und Würdigung der baulichen und historischen Besonderheiten des Kirchengebäudes realisiert werden.

Aus diesem Grund ist eine intensive Untersuchung im Vorfeld der Maßnahmen vorgesehen, um eine Beeinträchtigung der Fledermausbestände durch diese zu minimieren und alle bautechnischen Informationen zu sammeln, die für die für eine erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen notwendig sind.
Um eine Beeinträchtigung der Fledermausbestände durch die Baumaßnahme während der Wochenstubenzeit zu vermeiden, wird dazu ein in Thüringen zum ersten Mal in diesem Zusammenhang eingesetztes, innovatives Verfahren angewandt, bei welchem die Turmhaube nahezu komplett vorgefertigt und anschließend auf die Mauerkrone aufgesetzt werden soll.

Zur Sicherstellung des Erreichens des Maßnahmenziels erfolgt eine regelmäßige Dokumentation und Prüfung des aktuellen Hangplatz- und Ausflugsverhaltens der Fledermäuse. Weiterhin erfolgt eine umfangreiche ökologische Baubegleitung und anschließend eine intensive Beobachtung der Tiere in der Wiederannahmephase sowie gegebenenfalls Maßnahmennachsteuerungen.

Das Projekt wurde im Rahmen der Sonderaufgabe „Fledermausschutz“ des Natura-2000-Stationen-Netwerks eingerichtet.

 

Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.