Altendorf

Bestandsichernde Maßnahmen im FFH-Objekt „Stollen im Kaolinsteinbruch Altendorf“ (FFH-Objekt Nr. 28)

Der Stollen im Kaolinsteinbruch Altendorf mit einem Bestand von mehr als 1160 Kleinen Hufeisennasen (im Winter) das bundesweit größte bekannte Ganzjahresquartier dieser in Deutschland seltenen Fledermausart. Der Stollen ist nicht nur das Zentrum der Hufeisennasenpopulation im mittleren Saaletal sondern hat durch die hohe Zahl der übertagenden bzw. überwinternden Fledermäuse nicht nur nationale, sondern sogar europaweite Bedeutung.

Die Fledermäuse im Kaolinstollen werden von Mitgliedern der Interessengemeinschaft Fledermausschutz und -forschung in Thüringen (IFT) betreut. Die Entwicklung des Fledermausbestandes in diesem FFH-Objekt (TH Nr. 28) wird seit 20 Jahren im Rahmen des Fledermausmonitorings verfolgt und in dieser Zeit hat sich der Bestand nahezu verzwanzigfacht. Diesen Schatz gilt es zu bewahren. Bisherige Sicherungen waren jedoch leider nicht von Dauer und illegale Begehungen des Stollens führen immer wieder zu massiven Störungen der Fledermäuse.

Ziel des von der Europäischen Union im Rahmen des ELER (Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) geförderten und mit Mitteln des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz unterstützten Projekts ist es, dringend benötigte Sicherungs- und Optimierungsmaßnahmen für dieses FFH-Objekt zu planen und durchzuführen. Hierzu zählen:

  • Die Sicherung des „Göschwitzstollens“ (Zugangssicherung und Abwehr der Verbruchgefahr)
  • Die Herstellung beziehungsweise Ertüchtigung eines Wetterschachts und die Optimierung der Belüftung im Inneren des Stollens mittels Wettertüren
  • Die Ertüchtigung des ehemaligen Sprengmeisterhauses vor dem Stollen (ein ehemaliges Zwischenquartier)

Optional wird das Projekt um Sicherungsmaßnahmen am „Kahlastollen“ und am Stollenzugang beim Sprengmeisterhaus ergänzt. Zusätzlich soll eine umfangreiche zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit auf entsprechenden Geo-Cache-Plattformen implementiert werden, um die Störung durch Geocacher zu vermeiden.

Das Projekt wurde im Rahmen der Sonderaufgabe „Fledermausschutz“ des Natura-2000-Stationen-Netwerks eingerichtet.

Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.

Zurück